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Workshop: Israelbezogener Antisemitismus

Kategorie
Diskussionen
Datum
Freitag, 13. Juli 2018 14:00
Veranstaltungsort
K²-Kulturkiste - Kirchgasse 2
01796 Pirna, Deutschland

Workshop zu israelbezogenem Antisemitismus

Kaum ein Land steht derart im Fokus der Weltöffentlichkeit wie Israel. Wie kommt es dazu, dass Diskussionen über Israel die Gemüter immer wieder erhitzen? Nur die USA haben Israel ohne größere Abstriche, seit der Staatsgründung, unterstützt. Seit der Gründung 1948 ist der jüdische Staat immer wieder Angriffen seiner Nachbarstaaten und terroristischer Gruppierungen ausgesetzt. Aber auch im Rest der Welt gibt es Feinde Israels, bspw. der BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) hat sich zum Ziel gesetzt Israel politisch, wirtschaftlich und kulturell zu isolieren, aber was hat dies mit Antisemitismus zu tun? Der Workshop widmet sich antisemitischen Mustern, welche insbesondere durch die so genannte "Israelkritik" transportiert werden und thematisiert deren historische Hintergründe und Protagonisten.

Um Bspw. den aktuellsten Fall vom 30. Oktober 2017, zu verstehen ist es wichtig die Hintergründe und den ideologischen Überbau des Konfliktes zu begreifen. Hierbei handelte es sich um die Sprengung eines Angriffstunnels der HAMAS aus dem Gazastreifen nach Israel, bei welchem 7 Palästinenser starben. Ganz ähnlich verhällt es sich mit der Diskussion um die Verlegung der Botschaft der USA nach Jerusalem.

Im Rahmen des Workshops wird sich unter anderem konkret mit Antisemitismus nach dem Ende des deutschen Nationalsozialismus und der Shoah auseinandergesetzt. Vor allem in Debatten über Israel und den „Nahostkonflikt“ tauchen dabei immer wieder antisemitische Argumentationsmuster auf. Es soll sich gemeinsam erarbeitet werden, was israelbezogener Antisemitismus ist, in welchen Formen er auftritt und wo seine Ursachen liegen. Dabei wird auch ein Blick auf den historischen Antisemitismus und die Geschichte des „Nahostkonfliktes“ und seine aktuellen Akteure geworfen. Dies geschieht anhand von Bildern und Textquellen, sowie in Form kurzer Input-Runden.

Der Workshop bietet Raum, offene Fragen zu diskutieren und somit für jeden einen Erkenntnisgewinn zu erzeugen. Es ist wichtig das Thema Antisemitismus in einer Region, in welcher die AfD ein Direktmandat erzielt hat, wieder stärker zu thematisieren, auch wenn Antisemitismus in allen politischen Lagern ein Problem darstellt. Es darf nicht vergessen werden, was zur Gründung Israels geführt hat: die Shoa und welche Entwicklung dazu führte. Mit Hilfe dieser Veranstaltung können die Antisemitismus-Vorwürfe gegen Wolfgang Gedeon und Björn Höcke, welche in letzter Zeit größere Wellen geschlagen haben, besser verstanden und in Gesprächen artikuliert werden. Diese sind zumindest im Bezug auf Gedeons antizionistische Verschwöhrungstheorien nicht immer konkret greifbar. Das ist besonders wichtig seit der Aschermittwochsveranstaltung der AfD in Pirna, welche bundesweit beachtung gefunden hat. Das erkennen antisemitischer und rassistischer Argumentationsmuster jenseits von Äußerungen wie "Kameltreiber" oder "Mahnmahl der Schande" ist wichtig für eine lebendige Zivilgesellschaft.

Besonders wichtig ist der Focus auf den Antisemitismus nach 1945, denn in der Gesellschaft scheint das Bewusstsein dafür abgenommen zu haben. Die neue und alte Rechte schürt immer weiter antisemitische Verschwrungstheorien, welchen sich auch im Zuge dieses workshops zugewandt wird. Dem entgegen zu wirken ist notwendig, da sich Antisemitismus sowohl in der deutschen Gesellschaft, als auch bei Asylsuchenden und Zuwanderern wiederfinden lässt. In Pirna stehen Neonazis mit dem Haus Montag Räume zur gezielten Verbreitung ihrer Ideologie zur Verfügung. In Form der Sächsischen Begegnungsstätte (SBS) wurde Raum für eine Struktur geschaffen, welche dem Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen nach vermutlich Kontakte zur Muslimbruderschaft hat. Durch all diese Faktoren wurde Antisemitismus und Israel auch in Sachsen wieder ein besonders aktuelles Thema.

Menschen für das Thema Antisemitismus zu sensibilisieren ist ein wichtiger und notwendiger Schritt um menschenverachtende Ideologien etwas entgegenzusetzen. Der Workeshop bietet den Teilnehmern die Möglichkeit sich für Diskussionen zu wappnen und somit einfluss auf die gesellschaftlichen Diskurse zu nehmen, was in einer demokratischen Gesellschaft ein wichtiges Mittel ist um Bspw. Rechtspopulisten und Neonazis entgegenzutreten. Die Referenten achten auch besoners darauf, dass auch Jugendliche an dem Workeshop teilnehmen können da Beleidigungen wie "du Jude" sich wieder größerer Popularität erfreuen.

Die Referenten:

Felix Schilk hat in Dresden und Montpellier Soziologie und Erziehungswissenschaften studiert. Er betätigt sich in der politischen und gewerkschaftlichen Bildungsarbeit und schreibt sporadisch für die Jungle World. Derzeit (2017) arbeitet er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der TU Dresden und forscht zur Neuen Rechten in Deutschland, Frankreich und den USA. Er hat im März 2017 das Buch Souveränität statt Komplexität. Wie das Querfront-Magazin „Compact“ die politische Legitimationskrise der Gegenwart bearbeitet. im Unrast Verlag publiziert. Weitere Publikationen können hier eingesehen werden.

Jorin vom Bruch hat in Dresden Soziologie studiert und macht im Moment seinen Master in Leipzig in Kulturwissenschaften. Er ist aktiv in der Bildungsarbeit zu verschiedenen Diskriminierungsformen und gesselschaftlicher Teilhabe. Im Februar hält er einen Vortrag zu Antifeminismus im Frauenbildungszentrum in Dresden, dies war das Thema seiner Abschlussarbeit.

 
 

Alle Daten

  • Freitag, 13. Juli 2018 14:00
14
Sep
Altenberg
-
Altenberg
Zeit: 18:00

29
Sep
Gedenkstätte Zeithain
-
Zeithain

09
Nov
Pirna
-
Pirna
Zeit: 18:00

23
Dez
K2-Kulturkiste
-
Pirna
Zeit: 18:00

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