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Anthroposophen: Politik und Geschäft auf der Grundlage völkisch-rassistischer Ideologien

Der gesellschaftliche Einfluss der AnthropsophInnen ist nicht zu unterschätzen. In der BRD sind etwa 12.000 organisiert in der "Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft" (AAG). Dazu gehören die Waldorfschulen (seit 1919/20), der biologisch-dynamische Landbau (Demeter), Kosmetika (Weleda), die anthroposophische "Christengemeinschaft", die Seelenpflege in den Camphill-Einrichtungen, für Geldgeschäfte die GLS Gemeinschaftsbank, eine Elitehochschule in Baden-Württemberg, eine Klinik in Herdecke/Witten und in der Schweiz die "Freie Hochschule für Geisteswissenschaften" in Dornach bei Basel. In der Politik haben Anthroposophen führende Positionen bei den Grünen und der SPD. Prominente Anhänger der Anthroposophie sind/waren z.B. Michael Ende (Schriftsteller), Joseph Beuys (Aktionskünstler), Christian Morgenstern (Dichter), Gerhard Kienle (Vorkämpfer eines freien Gesundheitswesens), Peter M. Schnell (Software-Entwickler und Gründer der Software-AG-Stiftung). Nach übereinstimmender Auffassung gelten Theosophie und Anthroposophie als weltanschauliche Grundlage für die New Age-Bewegung. Die New Age-Bewegung ist in der Gesamtheit ihrer sozialökonomischen Ausformung und der vertretenen Inhalte als regressive Entwicklung einzustufen. Theosophie und Anthroposophie sind ihre reaktionärsten Bestandteile. [img align=right]http://kulturhaus-pirna.de/uploads/photos2/news/steiner.jpg[/img]Die völkisch verbrämte und rassistisch orien­tierte Lehre von Rudolf Steiner diente in der Zeit der Revolution (1918-1920) dazu, ArbeiterInnen von ihrem Kampf um Emanzipation abzulenken. Das fand seine Fortsetzung in der 1968er-Revolte. Wichtige Vertreter der Anthroposophie, die von einer "neurechten" Position Einfluss auf die Alternativbewegung hatten, waren Professor Werner Georg Haverbeck und der Aktionskünstler Joseph Beuys. Unter dem Etikette der Menschheit ganzheitlich nützen zu wollen, bekämpften beide hauptsächlich kommunistische Positionen, die für eine soziale Gleichheit aller Menschen eintraten. Trotz des reaktionären Kerns ihrer Ideologie können sich die Anthroposophen bis heute mit einem fortschrittlichen Touch präsentieren. Die Steinerschen Gedanken und Schriften lassen sich auch von Faschisten trefflich beerben wie der "Fall" Haverbeck lehrt [1] und jüngste Publikationen vom Verlag „Zeitenwende“ zeigen, in denen ein „Ausbruch aus den Ideologien“ und eine gemeinsame „Gralssuche“ mit dem Nationalsozialisten Alfred Rosenberg, dem Vordenker des italienischen Faschismus Julius Evola und Rudolf Steiner gefordert wird. In der Politik lassen sich Anthroposophen bei den Projekten finden, die sich auf der Suche nach dem sogenannten "Dritten Weg" zwischen Kapitalismus und Sozialismus machen. Projekte wie die "Aktion Volksabstimmung" oder der Aufbau der Heinrich-Böll-Stiftung sind auch Ergebnis anthroposophischer Aktivitäten. Anthroposophen favorisieren eine ständische Reorganisation des Kapitalismus unter völkischen Gesichtspunkten, die sogenannte "Dreigliederung des Sozialen Organismus". Das anthroposophische Gebräu aus christlichem Fundamentalismus (so viele Kreuze in Beuys Bildern) und Esoterik fordert ein religiös fundiertes Kastenwesen als den "Volkskörpern" gemäße, organische Gesellschaftsform. Hinter allem steht die sogenannte Wurzelrassentheorie, die behauptet, dass in der Gegenwart die weiße Rasse und ihre Völker die weitere Entwicklung bestimmen sollten. Die Turboweißen sind dabei im Augenblick die Germanen und Deutschland ist der Nabel der Weltentwicklung, das spirituelle Mekka, wohin alle Blicke sich wenden sollten. Doch nicht nur die Völker des Trikonts sind spirituell und diesseitig rückständig, sondern auch Teile der weißen Menschen. Die Hassobjekte müssen nicht überraschen: Arbeitnehmerorganisationen und Kommunisten. Letztere sind für Steiner schlicht vertierte Untermenschen, aber zum Glück hätten die göttlichen Hierarchien Mitte des 19. Jahrhun­derts die christliche Esoterik gegen den Marxismus in den Kampf geschickt. So kämpft denn besonders der deutsche Volksgeist, Erzengel Michael, seitdem gegen das Böse, gegen die angebliche Verschwörung von Freimaurern, Jesuiten und Kommunisten. Hinter den Streitern Gottes steht natürlich die unvermeidbare und unerschütterliche "geistige Welt". Das unsichtbare göttliche Wabern ist der Urgrund, aus dem alles Materielle entstand und erkannt haben die göttlichen Urprin­zipien als einzige die Anthroposophen. Genauer, der verblichene Oberseher Rudolf Steiner. Da gegen göttliche Autorität kein Kraut gewachsen ist, gilt auch für Beuys, dass Meinungsvielfalt zerstörerisch wirke, ("Pluralismus ist Zer­fall...", Spiegel-Interview, Spiegel Nr.23/1984,S.178) im Sinne der Steinerschen Ideologie also die Volkskörper zersetze. Der anthroposophische Rauschgoldengel mit der Honigpumpe Joseph Beuys hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er Antikommunist war, ebenso wie sein langjähriger germanophiler und ebenfalls anthroposophischer Spielgefährte Baldur Springmann. Beide kämpften bei den Grünen zusammen gegen den roten Maulwurf. Springmann durfte beim Deutsche-Stimme Pressefest der NPD in Meerane 2003 als Hauptredner sprechen. Neonazis fühlen sich bei den Anthroposophen wohl, wofür auch die Tätigkeit von Andreas Molau, inzwischen Berater der NPD-Fraktion im sächsischen Landtag und Redakteur der „Deutschen Stimme“ als Lehrer in der Waldorfschule Braunschweig Zeugnis gibt. Die Auseinandersetzung mit der Weltanschauung der Anthroposophen muß für uns ebenso obligatorisch sein wie die Aufklärung über deren faschistoiden Elemente. [1] In der anthroposophischen Zeitschrift "Flensburger Hefte" hat Arfst Wagner Haverbeck öffentlich zugunsten des Übervaters Rudolf Steiner geopfert und ihn erstmals öffentlich in der Partei-Uniform abbilden lassen. Vgl. Arfst Wagner: Anthroposophen und Nationalsozialismus. Probleme der Vergangenheit und Gegenwart, in: Flensburger Hefte (1991), H. 32, S.6-78 (Bild: S.43)


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