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In wenigen Tagen findet in Dresden eine Gedenkveranstaltung statt, die an die Deportation von Jüdinnen* und Juden* vom Alten Leipziger Bahnhof in Dresden vor 80 Jahren erinnert. Mit diesem Transport wurden auch Menschen aus der Sächsischen Schweiz nach Riga verschleppt - unter ihnen die Familie Jurmann aus Pirna. Der Veranstaltung liegt folgender Aufruf verschiedener zivilgesellschaftlicher Initiativen zugrunde, den wir deshalb erstunterzeichnet haben.
 
 
Aufruf zur Gedenkveranstaltung am 20. Januar 2022, ansslich der ersten Deportationen von Jüdinnen* und Juden* aus Dresden vor 80 Jahren am Alten Leipziger Bahnhof
 
Der Alte Leipziger Bahnhof soll Gedenkort werden!
 
Bereits im Oktober 1938 waren im Rahmen der sogenannten Polenaktion Hunderte jüdischer Menschen mit Eisenbahntransporten aus Dresden nach Polen und weitere im Anschluss an die Novemberpogrome in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt worden. Die systematische Massendeportation und Ermordung von Jüdinnen* und Juden* aus dem Deutschen Reich begann im Herbst 1941. In Sachsen fand der erste dieser Deportationstransporte vor 80 Jahren, am Morgen des 21. Januar 1942 statt. Aus Dresden wurden an diesem Tag vermutlich 224 Männer, Frauen und Kinder in Sonderzügen der Deutschen Reichsbahn vom Güterbahnhof Dresden-Neustadt aus auf einer vier Tage und Nächte dauernden Fahrt ins Ghetto Riga wegtransportiert, zusammen mit 561 Menschen aus Leipzig. Dem Transport vom 21. Januar 1942 folgten weitere Deportationen aus Dresden und anderen deutschen Städten über diesen Bahnhof, organisiert von Gestapo, SS, Polizei, der Stadtverwaltung und der Reichsbahn, toleriert und befürwortet vom größten Teil der Dresdner Bevölkerung.
 
Am eigentlichen Abfahrtsort dieser Deportationen, dem ehemaligen Güterbahnhof Dresden-Neustadt mit der Ruine des Alten Leipziger Bahnhofsgebäudes, existiert kein Gedenkort. Bisher erinnert die Stadt Dresden mit einer Gedenktafel direkt am Eingang des Neustädter Bahnhofs.
 
Am 22. April 2021 hat der Dresdner Stadtrat beschlossen, dass am Alten Leipziger Bahnhof ein angemessener Erinnerungsort zum Gedenken an die Schoa zu errichten sei. Wir als Dresdner Bürger*innen, Zivilgesellschaft und Aktivist*innen unterstützen diesen Beschluss und fordern eine zügige und nachhaltige Umsetzung. In Dresden fehlt ein Ort, der als Erinnerungs- sowie Begegnungsstätte an die nationalsozialistischen Verbrechen in Dresden adäquat erinnert.
 
Am 20. Januar 2022, dem Vorabend des 80. Jahrestages der Deportation nach Riga und 80. Jahrestag der Wannseekonferenz, laden wir Sie/euch daher zu einer gemeinsamen Kundgebung und einem Gedenken auf dem Vorplatz des Alten Leipziger Bahnhofs ein. Wir wollen der Opfer dieser Deportationen gedenken und gemeinsam mit allen Interessierten und Verantwortlichen die Diskussion zum Erinnerungsort Alter Leipziger Bahnhof anstoßen.
 
Am Folgetag, dem 21. Januar 2022, laden wir Sie ein, am Alten Leipziger Bahnhof individuell der Deportationen und nationalsozialistischen Verbrechen zu gedenken und eine Kerze aufzustellen - allein oder mit Freund*innen und Bekannten. So wollen wir auch in Zeiten von pandemiebedingt kleineren Versammlungen die Anteilnahme vieler Menschen sichtbar machen.
 
Beide Tage: Installation "Wann. Wieviele. Wohin." von David Adam an der Fassade der Ruine des Alten Leipziger Bahnhofs sowie Audiotrack "Deportation und Vernichtung - Ereignis ohne Zeugnis?" aus dem Dresdner Audiostadtrundgang "audioscript"
 
Gedenkkundgebung 20. Januar 2022
Ort: Dresden, Alter Leipziger Bahnhof, Eisenbahnstraße 1, sowie zusätzlich als Stream
Uhrzeit: 18:00 Uhr
 
individuelles Erinnern und Kerzenaufstellen 21. Januar 2022
Ort: Dresden, Alter Leipziger Bahnhof, Eisenbahnstraße 1
ganztägig

27
Jan
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Zeit: 00:00

25
Feb
K2 Kulturkiste
-
Pirna
Zeit: 18:00

12
Mär
Königsteiner Lichtspiele
Zeit: 16:00

15
Mär
K2 Kulturkiste
-
Pirna
Zeit: 18:00

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