AKuBiZ unterstützt Protest in Dresden Druckbutton anzeigen?

dresden 2012In der letzten Dezemberwoche machten wir uns zu unserer Klausurtagung auf. Eine Woche besprachen wir vergangene Projekte und planten neue Veranstaltungen. Dafür reisten wir in die Nähe der Gemeinde Walim in Polen. Dort fand im Sommer 2003 unsere erste Jugendbegegnung statt. Seither besteht eine freundschaftliche Beziehung zu den Organisator_innen vor Ort.

Wir werden euch auch 2012 mit einer ganzen Reihe Veranstaltungen überraschen. Aber natürlich werden auch bestehende Projekte, wie der Antira-Fussball-Cup, wieder stattfinden. Zum Abschluss unserer Klausur beschlossen wir die Unterstützung des Protestes in Dresden, der in einen Aufruf zur Solidarität mit den Betroffenen der sächsischen Repressionen mündet:

Seit wir uns im Herbst 2011 in Pirna als Verein gründeten, organisieren wir Veranstaltungen und Widerstand gegen die Ideologie der Ungleichwertigkeit. Konfrontiert mit rechtsmotivierter Gewalt vor Ort und dem Schweigen politisch Verantwortlicher engagierten wir uns selbst.

Wir formulierten im Jahr 2007 zum ersten Mal einen Blockadeaufruf gegen den jährlich stattfindenden Naziaufmarsch in Dresden. Damals ist es uns gelungen, das Konzept von Blockaden gegen Naziaufmärsche in Dresden in die öffentliche Diskussion einzubringen. Der Aufruf wurde von über 70 Einzelpersonen und Gruppen unterzeichnet. Bereits in den Jahren zuvor gab es ernstzunehmenden Protest gegen die Nazis, den Umgang der Stadt mit dem Naziaufmarsch und der Dresdener Gedenkkultur - welche eine Relativierung der Geschichte fördert.

In den vergangenen Jahren machte es unter anderem das Bündnis "Dresden Nazifrei" möglich, dass die Aufmärsche der Nazis verhindert werden konnten. Eine richtige und wichtige Errungenschaft. Durch Blockaden und massiven Störungen wurden aber auch zahlreiche Diskussionen entfacht.

Es gibt in der Dresdner Diskussion nach wie vor keine Auseinandersetzung mit den Ideologien der Nazis. Immer noch wird von einem Missbrauch des Gedenkens durch die Nazis gesprochen. Wir sehen in ihrer Beteiligung am Gedenken keinen Missbrauch, sondern lediglich eine Spielart des Gebrauchs.

Der Heidefriedhof mit seiner Gedenkveranstaltung am 13. Februar gehört in dieser Form abgeschafft. Vor allem die sächsischen Behörden nutzten die Antinazi-Demonstrationen um eine Gleichsetzung von "rechts und links" voranzutreiben und zivilgesellschaftliche Vereine und linke Gruppen zu kriminalisieren. Die Überwachungen, Verfolgungen und Einschüchterungen von Nazi-Gegner_innen müssen sofort beendet werden. Wir fordern eine Solidarisierung mit den Betroffenen der Repressionen und eine Verhinderung der Spaltung des Protestes. Engagement gegen die Ideologie der Ungleichwertigkeit braucht Unterstützung, keine Behinderungen!

Trotz Differenzen und Meinungsverschiedenheiten halten wir es für wichtig, Nazidemonstrationen gemeinsam zu verhindern. Die zahlreichen Morde zeigen, dass die Ideologie der Ungleichwertigkeit zur Realität werden kann. Deshalb rufen wir dazu auf, sich an den Protesten gegen die Nazis und die zelebrierte Gedenkkultur in Dresden zu beteiligen. Für uns sind Blockaden ein legitimes Mittel, um zu verhindern, dass Nazis durch die Stadt marschieren. Den Nazis keinen Zentimeter!


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